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Greenpeace berichtet Umfangreich über Methoden, Folgen und Schäden der Nahrungsindustrie

GIFT AUCH OFFIZIELL GEFÄHRLICH

Die weltweit am häufigsten eingesetzten Unkrautvernichtungsmittel haben eines gemeinsam: den Wirkstoff Glyphosat. Den stuft die WHO nun als „wahrscheinlich krebserregend“ ein.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Pestizid Glyphosat in die zweithöchste ihrer fünf Kategorien für Krebsrisiken eingeordnet. Bereits im März 2015 erschien eine erste Stellungnahme in einem Fachmagazin, gestern Abend veröffentlichte die IARC dann die 92 Seiten umfassende Monografie„Begrenzte Nachweise an Menschen“ und „ausreichende“ an Tieren beweisen, dass Glyphosat „wahrscheinlich krebserregend“ sei. „Die Einschätzung der WHO bestätigt: Das Gift gehört sofort verboten“, sagt Dirk Zimmermann, Greenpeace-Experte für Landwirtschaft.

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WIE DIE NATUR VERGIFTET WIRD

Der flächendeckende Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft, in Wäldern und privaten Gärten setzt verhängnisvolle Kettenreaktionen in Gang.

Pflanzenschutzmittel klingt erst einmal harmlos. Doch Pestizide sind Gifte, und Gifte können zwischen Schädlingen und Nützlingen nicht unterscheiden. Wird dabei ein Insekt radikal dezimiert, verschwindet es auch als Nahrungsgrundlage für andere Tiere. Bestimmte Pestizide stehen auch im Verdacht, sich negativ auf die Bienen auszuwirken.

Pestizide belasten die gesamte Umwelt – und das weltweit. Greenpeace hat bereits vor Jahren nachgewiesen, dass die Gifte sogar uns Menschen auf direktem Weg erreichen: als Rückstände in Nahrungsmitteln und im Trinkwasser.

Zwar zweifelt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die WHO-Einschätzung an; außerdem ist wohl ein langer Streit unter Wissenschaftlern zu befürchten. Aber offenbar mehren sich die Erkenntnisse, dass wieder einmal ein als völlig unschädlich beworbenes Mittel erheblich problematischer ist als ursprünglich angenommen.

Dabei werden 40 Prozent der Ackerflächen in Deutschland mit Glyphosat behandelt.

Glyphosat ist seit den 1970er Jahren auf dem Markt. 120.000 Tonnen des Wirkstoffes kommen weltweit jährlich zum Einsatz. Das Gift ist zum Beispiel im Unkrautvernichtungsmittel „Roundup“ des US-Chemiekonzerns Monsanto enthalten und wird in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch in Gärten oder Parks benutzt. Das sogenannte Totalherbizid tötet nahezu jedes pflanzliche Leben ab. Dabei richtet Glyphosat auch enorme Schäden im Ökosystem an. Die Artenvielfalt rund um die mit dem Gift behandelten Felder wird stark reduziert. Wichtige Nahrungsquellen für Bienen, Vögel und andere Wildtiere werden durch das Herbizid totgespritzt.

STERBENDE ÖKOSYSTEME

In Ländern mit intensiver Plantagenwirtschaft wie etwa beim Bananenanbau in Costa Rica werden Pestizide über Flüsse bis ins Meer gespült, wo sie auch vorgelagerte Korallenriffe schädigen. Regionen mit intensiver industrieller Landwirtschaft sind häufig regelrechte Agrarwüsten, in denen kaum noch natürliches Leben vorhanden ist. So etwa die südspanische Region Almeria, aus der ein großer Teil unseres Gemüses stammt, oder Baumwollanbaugebiete in Indien und Kasachstan. Mit der Umwelt leiden dort oft auch die Arbeiter und Anwohner unter dem Gifteinsatz.

 

LEERE VERSPRECHEN

Der Einsatz von gentechnisch manipulierten Pflanzen soll Erträge steigern, den Hunger in der Dritten Welt bekämpfen und Pflanzenschutzmittel nahezu überflüssig machen.

Einmal in die Umwelt freigesetzt, sind Gen-Pflanzen nicht mehr rückholbar. Sie stellen eine Gefahr für das ökologische Gleichgewicht und die menschliche Gesundheit dar. Der großflächige Anbau von Gen-Pflanzen in Nordamerika und Argentinien macht dies drastisch deutlich: höherer Pestizidverbrauch, Entstehung von Superunkräutern, Schädigung von Nützlingen, Verdrängung traditioneller Pflanzenarten und damit die Gefährdung unserer Artenvielfalt.

Eine genmanipulierte Antimatsch-Tomate oder eine Gen-Banane mit besonders vielen Vitaminen gibt es in keinem Supermarkt der Welt zu kaufen. Auch nicht in den USA, dem El Dorado der Gentechnik. Spricht man von Gen-Pflanzen, handelt es sich im Wesentlichen um vier Pflanzenarten: Soja, Baumwolle, Raps und Mais.

Diese Pflanzen werden hauptsächlich als Futtermittel, im Fall der Baumwolle als textiler Rohstoff, verwendet. 80 Prozent der weltweiten Sojaernte wird zu Futtermitteln. Zudem werden Zutaten für die Lebensmittelherstellung aus Gen-Pflanzen gewonnen, wie zum Beispiel Maisstärke und Sojalecithin sowie Soja- und Raps-Öl.

Diese Zutaten finden häufig Verwendung in Fertigprodukten und Süßwaren. Auch in der EU ist ihre Verwendung als Lebens- und Futtermittel erlaubt. Seit 2007 wird in den USA zudem eine genmanipulierte Zuckerrübe angebaut. Die daraus gewonnen Produkte wie Zucker oder Rübenschnitzel dürfen auch in Europa als Lebens- und Futtermittel verwendet werden. In den USA wachsen außerdem genmanipulierte Papayas, Zucchinis und Kürbisse. Diese dürfen jedoch nicht in die EU importiert werden.

IST GEN-FOOD GEFÄHRLICH?

Für die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen und daraus hergestellter Lebensmittel schreibt die Europäische Union eine Risikoprüfung vor. Diese Prüfung wird von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) durchgeführt. Die EFSA hat bisher jede Gen-Pflanze als sicher bewertet, auch wenn wissenschaftliche Studien das Gegenteil zeigten.

Angesichts vieler Hinweise auf die Risiken von Gen-Pflanzen einerseits und den Mängeln in den Zulassungsprüfungen andererseits, können die daraus hergestellten Lebensmittel nicht als sicher bezeichnet werden. So stellten Wissenschaftler bei Fütterungsversuchen fest, dass zum Beispiel das Immunsystem der mit Gen-Mais gefütterten Mäuse geschwächt wurde. Das Problem fängt allerdings schon viel früher an, nämlich auf dem Acker: In dem Moment, in dem Gen-Pflanzen angebaut werden, können sie sich über Pollenflug unkontrolliert verbreiten. Beim Anbau dieser Pflanzen werden zudem viele Agrargifte eingesetzt, die Artenvielfalt zerstört und die gentechnikfreie Landwirtschaft gefährdet.

GEN-PFLANZEN LASSEN GLYPHOSAT-EINSATZ ANSTEIGEN

Es gibt aber auch Pflanzen, die durch die gentechnische Veränderung gegen Glyphosat unempfindlich gemacht worden sind, so zum Beispiel gentechnisch veränderte Soja. Seit dem Anbau von Herbizid toleranten Gen-Pflanzen ist der Glyphosat-Einsatz jährlich angestiegen. Auf den Feldern werden zudem Unkräuter zunehmend resistent gegen die Giftdusche; In der Folge greifen Landwirte zu mehr und stärkerem Gift.

Gen-Soja wird in Nord- und Südamerika großflächig in Monokulturen angebaut. Ein Großteil davon wird als Futtermittel auch nach Europa importiert. Insbesondere in der Schweine- und Geflügelmast spielt Soja eine wichtige Rolle. „Unternehmen, die Gen-Soja in ihrer Produktionskette zulassen, sind mit dafür verantwortlichen, dass die Konzentration dieses Giftes in unserer Umwelt von Jahr zu Jahr ansteigt“, erklärt Zimmermann.

 

es geht leider noch weiter mit den „Experimenten“…

TESTLABOR EUROPA

Gentechnisch veränderte Fliegen in Spaniens Olivenhainen – das plant eine britische Biotechnologie-Firma Oxitec. Für Europas Umwelt und Wirtschaft wären die Folgen unberechenbar. Zum ersten Mal sollen gentechnisch veränderte Insekten in der freien Natur getestet werden.

Oxitec hat nun in einer Testreihe männliche Olivenfliegen genetisch so manipuliert, dass nur ihre männlichen Nachkommen überleben, während die weiblichen sterben. In der Nähe der katalonischen Stadt Tarragona sollen in einer einjährigen Feldstudie wöchentlich 5000 solcher Insekten freigelassen werden. Ziel des Experimentes ist es, die Zahl der Fliegen langfristig zu verringern.

Spaniens Rolle als weltweiter Hauptexporteur von organischem Olivenöl ist in Gefahr. Eine versehentliche Verbreitung der genetisch manipulierten Fliegen auf Bio-Plantagen würde für den Verlust der Bio-Zertifizierungen ausreichen. Die Olivenindustrie, der eigentlich geholfen werden soll, könnte darunter leiden: So würden die weiblichen Olivenfliegen-Larven nicht mehr schlüpfen, sondern stattdessen in äußerlich unversehrt wirkenden Früchten verwesen. Damit wären die Oliven unverkäuflich.

AUSBREITUNG DER OXITEC-FLIEGEN UNKONTROLLIERBAR

Damit die genmanipulierten Insekten sich nicht ausbreiten können, sollen Netze um das 1000 Quadratmeter große Testgebiet aufgespannt werden. Aber: „Keine Art der Abschirmung ist in der freien Natur zu 100 Prozent sicher“, erklärt Stephanie Töwe, Greenpeace-Expertin für Landwirtschaft. Wenn die Tiere entkommen, sind sie nicht rückholbar.

Dann kann niemand den Versuch beenden. „Diese Fliegen in die freie Umwelt zu entlassen, könnte Europa also in ein Open-Air-Testlabor verwandeln“, so Töwe. „Die Folgen wären unabsehbar.“Das würde der Biodiversität und dem ökologischen Gleichgewicht in den Gebieten schaden.

 

In dem Internet Portal von Greenpeace gibt noch unzählige weitere Berichte zurWechselbeziehung Gift und Nahrung

Aber auch Beispiele wie man es besser machen kann in der Industrie, gibt es Unmengen…

SO WERDEN ALLE GESUND SATT

Nur eine an ökologische Prinzipien ausgerichtete moderne Landwirtschaft kann die Zukunft der Welternährung sichern – Greenpeace benennt sieben Grundsätze für den Weg dorthin.

SIEBEN GRUNDSÄTZE FÜR EINE ÖKOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT

Alternative Anbaumethoden wie diese sind dringend nötig. Denn die Erzeugung von ausreichend gesunden Lebensmitteln und deren gerechte Verteilung ist eine zentrale Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Sieben Grundsätze für eine derart zukunftsfähige Landwirtschaft benennt der neue Greenpeace-Report „Die Grundsätze ökologischer Lebensmittelerzeugung“. Im Mittelpunkt stehen dabei der Mensch und eine Landwirtschaft mit der Natur:

1. Erzeuger und Verbraucher sollten über die Lebensmittelproduktion entscheiden und den Konzernen die Kontrolle entziehen.

2. Arbeitende in der Landwirtschaft weltweit müssen von ihrer Tätigkeit leben können, um gute und gesunde Lebensmittel zu produzieren.

3. Ausreichend hochwertige Lebensmittel müssen nicht nur erzeugt, sondern auch gerecht verteilt werden; Produzenten und Konsumenten müssen die nicht-nachhaltige Nutzung verringern (Lebensmittelabfälle reduzieren, Fleischkonsum einschränken, Flächen für die Bioenergiegewinnung minimieren).

4. Vielfalt vom Saatgut bis zum Teller ist Grundlage für stabile Erträge und für umweltschonende Anbaumethoden.

5. Böden und Wasser müssen geschützt werden.

6. Landwirte dürfen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel einsetzen.

7. Ökolandbau verleiht landwirtschaftlichen Betrieben und unserem Ernährungssystem die Fähigkeit, sich schnell und effektiv an neue klimatische und wirtschaftliche Bedingungen anzupassen.

 

weitere Lösungen für die Ökologische Landwirtschaft: Paul Stamets – Chemiefreie Kampfansage

Quelle:Greenpeace Deutschland

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